Leicht vor schwer, weiss vor rot, trocken vor süss: Warum die Reihenfolge beim Degustieren den Geschmack verändert – und wie ihr das zu Hause nutzt.

Auf einer Stadt Wein Wanderung probiert ihr vier Weine, von Schaum bis Rot. Diese Reihenfolge ist kein Zufall. Denn welcher Wein wann ins Glas kommt, beeinflusst stark, wie er euch schmeckt.
Unser Geschmackssinn passt sich schnell an. Wer zuerst einen kräftigen, gerbstoffreichen Rotwein trinkt, empfindet danach einen feinen Weisswein oft als dünn und sauer. Umgekehrt kann sich jeder Wein entfalten, wenn er zum richtigen Zeitpunkt kommt.
1. Prickelnd zum Auftakt. Kohlensäure und Frische wecken den Gaumen und machen Lust auf mehr.
2. Leicht vor schwer. Zuerst die zarten, leichten Weine, danach die vollmundigen.
3. Weiss vor Rot. Die meisten Weissweine sind leichter und haben kaum Gerbstoffe, darum kommen sie vor dem Rotwein.
4. Jung vor alt. Junge, fruchtige Weine zuerst, gereifte und komplexe Weine danach.
5. Trocken vor süss. Süsse Weine überdecken alles, was danach kommt. Sie gehören deshalb ans Ende.
Rosé passt meist gut zwischen Weiss und Rot. Orangewein hat durch die Gärung auf den Schalen Gerbstoffe und mehr Struktur, er kommt darum am besten nach den klassischen Weissweinen.
Ladet ein paar Freund:innen ein, stellt drei oder vier Weine in die richtige Reihenfolge und probiert danach bewusst einmal anders herum. Ein Glas Wasser und ein Stück Brot zwischendurch helfen, den Gaumen zu neutralisieren. Ihr werdet staunen, wie unterschiedlich derselbe Wein wirken kann.
Bei unseren Stadt Wein Wanderungen haben wir die Reihenfolge schon für euch geplant. Vier Gastgeber:innen, vier Weine und ein Nachmittag, an dem ihr ganz nebenbei lernt, wie Wein funktioniert.
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